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ÄGYPTEN
Kairo – Mutter der Welt
Faszination der Stadt am Nil


 Ein Blick über Kairo lässt die Größe dieser Metropole erahnen.   
 
 

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  Orient trifft Westen

Die Hauptstadt Ägyptens erscheint auf den ersten Blick nicht wie ein Ort, an dem Erholung, Sightseeing und Abendteuer auf Besucher warten. Höchstens letzteres, bei einer nervenaufreibenden Autofahrt durch die chaotischen Straßen und den Lärm. Eine arabische Großstadt ist eben nicht mit einer europäischen zu vergleichen. Mit diesem Hintergrundwissen fällt eine Anpassung an Kairo leicht. Kaum mehr als zwei Stunden dauert es dann, bis der Besucher eingenommen ist von der Stadt am Nil. Mit offenen Augen durch die Stadt zu laufen, offenbart ein faszinierendes Geheimnis: Die Symbiose aus Orient und Westen, aus Vergangenheit und Gegenwart ist nirgendwo so gut zu beobachten wie in Kairo. Tagsüber typisch islamisch mit Tausenden von Minaretten, verwandelt es sich nachts in eine fast typisch europäische Stadt: Mit Bars, Diskotheken und Restaurants, die sowohl die Touristen als auch die Einheimischen ansprechen. Und Leuchtreklamen in allen Farben, die eher an den Times Square in New York erinnern als an Ägypten.

Eintauchen in die ägyptische Kultur

Wer sich also erst einmal auf die Stadt einstellen will, wer eintauchen will in die bis zu 11 000 Jahre alten Kultur, der beginnt einen Kairo-Besuch im Ägyptischen Museum. Direkt in der Innenstadt am Nil gelegen, platzt es vor Ausstellungsstücken fast aus allen Nähten. Zu viel Material und Sehenswertes hat sich im Lauf der Geschichte des Landes angesammelt, als dass es in ein Museum passen würde. So stehen im Erdgeschoss Denkmäler aus dem „Alten Reich“. Statuen der Pharaos, Stein- und Holzfiguren vermitteln einen Eindruck über die kunsthandwerklichen Bräuche längst vergangener Zeiten. Im Obergeschoss finden die Besucher dann, was ihren Ägyptenurlaub zu einem Original macht: Im Saal der Königsmumien können sie einen Blick werfen auf Ramses I, Thutmosis II und Sethos I. Das Herzstück des Museum allerdings ist ein anderes: Die Ausstellung der Grabbeigaben Tutanchamuns: Vier reichverzierte Holzschreine und eine vergoldete Kapelle. Die Totenmaske und der Goldsarkophag des zu Lebzeiten eher unbedeutenden Pharaos machten ihn erst nach seiner Entdeckung im Tal der Könige 1922 weltberühmt. Wer vor dem Sarkophag aus massivem Gold (225 Kilogramm schwer) steht, ist froh, dass er sich von dem Straßenwirrwarr der Stadt nicht hat abschrecken lassen.
Wenn sich dann der Abend über die Stadt senkt, ist es an der Zeit, eine andere ägyptische Sehenswürdigkeit zu erspähen: Von der Zitadelle aus oder den Mukattan-Hügeln, vom Cairo Tower oder den Windows of the World des Hilton Hotels aus lassen sich die Pyramiden von Giza erkennen.

Die Pyramiden von Giza

Mit dem Taxi dauert es nicht lange, bis die Besucher vor dem letzten erhaltenen der Sieben Weltwunder der Antike stehen. Und nicht nur das: Die Pyramide des Cheops ist gleichzeitig der größte Steinbau der Welt. Drei Pyramiden wurden mit nahezu übermenschlichem Aufwand aus dem Boden, oder vielmehr aus Kalkstein und Granit, gestemmt. Über Lehmziegelrampen, so vermuten Experten heute, haben Arbeiter mit Schlitten die bis zu 2,5 Tonnen schweren Steinblöcke transportiert. So imposant die Bauwerke von außen sind (die quadratische Cheops-Pyramide misst 227,5 Meter Basislänge und ist 146 Meter hoch), so bescheiden sind sie im Inneren ausgestattet. Trotzdem lohnt sich das Überwinden von Platzangst und die gebückte Wanderung durch die 1,20 Meter hohen Gänge zur Grabkammer. Eine geteerte Straße führt dann außerhalb zum Sphinx. Der Sphinx (es handelt sich um einen Löwenkörper mit dem Kopf eines Menschenmannes) Abu Hol (Vater der Schweigens) wacht über den Eingang zum Reich der Toten. 20 Meter hoch und 73 Meter lang hat er nur einen kleinen Schönheitsfehler: Nase und Bart fehlen ihm. Aber vielleicht hat ihm genau dieser Makel zu weltweiter Berühmtheit und Unsterblichkeit verholfen.

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reisen.at Code: M-10307 / 5952 Impressionen, zuletzt am Mittwoch, 28. Juli 2010

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