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TUNESIEN
Die Medina von Tunis
Die Medina, der gut erhaltene ehemalige Kern von Tunis, eine Altstadt voller Leben, erwartet Sie


  
 

  
 

  
 

  
 

  
 

  
 

  
 

  
 

  
 

  
 

  
 
 
 
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  Sie ist vor 13 Jahrhunderten auf einem schmalen Streifen Land zwischen zwei Seen entstanden. Hier befand sich bereits ein Dorf, so alt wie die Menschheit selbst, ein Bauernmarkt, ein Knotenpunkt der großen Straßen Afrikas. Hassan Ibn Nooman wählte diesen Ort, um zunächst eine Moschee - die Olivenbaummoschee Ez-Zitouna - und später eine Stadt zu errichten. Zu gleicher Zeit wurden um die Moschee herum Einkaufsstraßen, Unterkünfte für angesehene Persönlichkeiten, Gästehäuser, Zisternen, Lager, Brunnen, Werkstätten, Schulen, Gräber und Gärten angelegt, die der Moschee Schutz boten, bevor die Stadtmauer errichtet wurde. Die Kasbah, die Zitadelle, die den Palast des Gouverneurs und dessen Hofstaat beherbergte, dominierte das ganze Stadtbild. Zwei Vorstädte im Norden und Süden gaben den Gemüsegärtnern und Karawanen Unterschlupf. Andere Moscheen erhoben ihre Kuppeln, ihre schmalen achteckigen Türme in den Himmel.

Die Geschichte von Tunis versteht sich nicht so sehr als Chronik der Generäle, der enthusiastischen Diktatoren, der Araber- oder Berberscheichs, der abtrünnigen Deys oder der türkischen Beys, sondern vielmehr als Geschichte der Architekten: sie ist vergleichbar mit der Entstehung eines Ameisenhaufens, mit der langsamen Vermehrung der symbiotischen Alveolen, mit den Zellen eines lebenden Organismus. In dreizehn Jahrhunderten wurde nur wenig zerstört, es gab keine Racheakte und keine fanatischen Brandstiftungen. Die Kriege - meistens handelte es sich um Rückschläge von Kriegen, die andere führten - stoppten manchmal das Wachstum und die Verschönerung der Stadt für kurze Zeit: Nach diesen Pausen gingen Maurer, Zimmermänner und Bildhauer wieder an ihre Arbeit zurück. Ihre Werke sind fast alle Erhalten: Die Medina, eine der schönsten des Islam, hat ihre ursprüngliche Form, ihre Größe und ihre Ausstrahlung seit über 13 Jahrhunderten bewahrt.

Diese Stadt, die auf der Liste der weltweiten Kulturgüter zu finden ist, und deren Mauern kaum noch sichtbar sind, lässt Ihren Spaziergang zum Abenteuer werden: von Straßen in Gässchen, von Souks in Sackgassen, und Sie werden nicht nur auf Paläste und Gebetssäle stoßen, sondern auch in die damalige Welt der Architekten Einblick bekommen, die ganz gegenwärtig scheinen und Sie gemeinsam mit den heutigen Bewohnern von Tunis herzlich willkommen heißen.

Souk el Attarine
Man schreibt die Errichtung der Souks, inmitten derer sich die Grosse Moschee befindet, den ersten Hafsiden (13. Jh.) zu. Nur die "noblen" Souks ziehen sich entlang dieses ehrwürdigen Heiligtums, die anderen befinden sich weiter außerhalb des Zentrums, in der Nähe der Stadttore.

An der Nordfassade der Grossen Moschee erstreckt sich der Souk el Attarine (Parfümhändler), der seine ursprüngliche Funktion beibehalten hat: Man kann hier Essenzen, Weihrauch sowie verschiedene andere Ingredienzen (Mineral- und Pflanzenstoffe) erwerben, die zur Herstellung von Schönheitsprodukten verwendet werden. Die Wachskerzen, die oft auf fünfarmigen Kandelabern befestigt sind, sind die traditionelle Opfergabe für alle Heiligen. Die gepolsterten Körbe, die die Auslagen der Geschäfte zieren, sind für die Geschenke bestimmt, die der Verlobte seiner zukünftigen Frau macht. Ladentische und Regale aus geschnitztem Holz sind in manchen Geschäften besonders fein gearbeitet und zeugen vom großen Reichtum dieser Souks.

Souk el Kumach
An der Westseite der großen Moschee gelegen, beweist der Souk el Kumach (Stoffe) durch seine homogene Architektur, dass ein Souk kein zufälliges Bauwerk ist, das aus einer bloßen Aneinanderreihung mehrerer Geschäfte entstand. Zwei Säulenreihen unterteilen den Souk in drei Straßen. Die Hauptstraße, die als Geh- und Verkehrsweg gedacht ist, ist breiter als die Seitenstraßen, an denen sich die Eingänge zu den Geschäften befinden.

Zwei Tore verschließen den Zutritt zu den Souks, eines davon (auf der Seite vom Souk el Attarine) ist von Kapitellsäulen in reinem spanisch-maurischen Stil gesäumt.

Die Medersa Mouradia Souk des Etoffes
Die mouradistischen Beys, die die Deys abgelöst und eine erbliche Dynastie eingeführt haben, wollten die Herzen der Tunesier gewinnen, die tief im Inneren malekitisch geblieben waren. Mourad II., der Sohn des Hammouda Pacha, ließ deshalb aus politischen Gründen im Souk des Etoffes (Stoffe) diese Medersa für die malekitischen Studenten errichten (1673). Sie wurde auf den Ruinen der Kaserne der türkischen Miliz errichtet, wurde jedoch später während einer Revolte zerstört; daher rührt auch ihr Name Medersa At Touba (Medersa der Reue).

Eine große, mit Nägeln beschlagene Tür, von einem breiten Marmorrahmen gesäumt, führt zu einem Hof, der mit Kalkstein gepflastert ist und von Galerien umgeben wird, die eine Säulenreihe bilden. Im ersten Stock wird eine Fenstergalerie von einer Holzbrüstung gesäumt. Die ehemaligen Wohnzellen für Studenten werden von geraden, gleich aussehenden Türen verschlossen, während der Eingang zum Gebetssaal einen spitzen Bogen aus schwarzem und weißen Marmor bildet.
Heute gibt sich die Medersa Mouradia mit jungen Schülern zufrieden, die unter den gestrengen Blicken ihrer Meister ein Handwerk erlernen.

Tourbet Aziza Othmana (Mausoleum) Impasse Ech-Chammaia
Die Prinzessin Aziza Othmana (verstorben 1669) war bekannt für ihre Wohltätigkeit; sie schenkte am Ende ihrer Lebenstage allen Sklaven die Freiheit und stiftete ihre ganzen Güter ( "Habous"- religiöse Stiftungen) für verschiedene wohltätige Zwecke: Finanzierung eines Spitals, Geld für die Freilassung der Sklaven, Freikauf von Gefangenen und Geld für die Aussteuer junger mittelloser Mädchen Ein Teil des Einkommens dieser Güter (Hobous) war für den Kauf von Blumen vorgesehen. "Ich möchte, daß immer Blumen auf meinem Grab stehen", forderte die Prinzessin.

Eine Stiege führt über einen langen Gang in ein dreiteiliges Mausoleum: In der Mitte befinden sich das Grab von Aziza Othmana und das ihres Großvaters, links die Gräber ihrer Diener und rechts das Totenzimmer ihrer Familie. Im mittleren Teil sind Wände und Boden mit mehrfärbigen Keramikarbeiten aus Kallaline reich verziert, die Kuppel wird von fein ziseliertem Stuck bedeckt. Gegenüber dem Eingang grenzt eine Zwischenwand aus Holz, die die Grundmauer ersetzt, das Grabmal von Zaouia Sidi Ben Arous ab.

Souk el Birka
(ehemaliger Sklavenmarkt)
Der von Youssef Dey (1610-1637) errichtete Souk wird heute von Juwelieren bevölkert. Dieser quadratisch angelegte Souk, der von einer zentralen Kuppel und einem lateralen Tonnengewölbe überdacht wird, ähnelt vielmehr einem Platz. In der Mitte befand sich eine Estrade aus Holz, auf der die zur öffentlichen Versteigerung angebotenen Sklaven vorgezeigt wurden. Nachdem die Käufer ihre Wahl getroffen hatten, nahmen sie auf den gegenüber der Estrade gelegenen Bänken Platz und verfolgten aktiv die Versteigerung.

Dar El Bey
Place du Gouvernement
1795 ließ der hussenitische Herrscher diesen Palast auf den Ruinen der fürstlichen Bauten der Mouraditen errichten. Der Palast wurde mit einem prunkvollen Stockwerk ausgestattet. Die Zimmer an der Süd- und Ostseite des Patio sind besonders luxuriös eingerichtet. Das andalusische Dekor ist ein Anzeichen für den fortlaufenden Einfluss der aus Spanien kommenden Künstler. Man behielt den Palast den sehr angesehenen Gästen der Regierung vor, die aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien und dem osmanischen Reich kamen. Nach dem Protektorat (1882-1883) verlor der Palast seine ursprüngliche Funktion, man siedelte hier die Verwaltung an, die von Bardo nach Tunis verlegt wurde. Seit der Unabhängigkeit ist der Dar El Bey der Regierungssitz geworden.

Die Youssef Dey Moschee
Rue Sidi Ben Ziad
Am Anfang des 17. Jahrhunderts wollten die Türken, die zahlreicher und in einer stärkeren politischen Position waren, ihre eigene hanefitische Moschee. Der Herrscher Youssef Dey (1610-1637) ließ die Moschee im Jahre 1616 errichten. Dieser Prinz war der Nachfolger von Othman Dey. Er übernahm ein gut organisiertes und reiches Land und leistete während seiner dreißigjährigen Regierungszeit beachtenswerte Arbeit im archetektonischen und urbanen Bereich. Die Moschee, die nach ihm benannt wurde, befindet sich inmitten der türkischen Souks, die übrigens von Youssef Dey selbst entworfen wurden: Souk Et Trouk (den türkischen Schneidern vorbehalten), Souk El Birka (Sklavenmarkt) und Souk El Bechamkia (für die Hersteller der "Bichmak", der türkischen Pantoffeln). In dieser Moschee versammelten sich die türkischen Handwerker zum Gebet; ihr Gebetssaal ist ein Hypostylos, ihre Säulen und Kapitelle sind verschiedenen Ursprungs, wobei jedoch der hafsidische Stil vorherrscht. Die Kreuzgewölbe und die Kuppel, die der "Mihrab" (Gebetsnische) vorrangig, sind gängige Arten der Überdachung.

Die Eigentümlichkeit dieser Moschee liegt im Ersatz des "Minbar" (Gebetskanzel) aus Holz durch einen gemauerten Minbar und in der Errichtung einer "Sedda" (hohes Podium) für die "Khoujas" (Vorbeter des Koran), des weiteren in der Form des Minaretts und der Anlage des Grabes des Gründers im Hof. Das Minarett und das Grab erstrecken sich entlang der Straße Sidi Ben Zaid und bereichern die Medina um einen weiteren schönen Anblick. Das Minarett erhebt sich nordöstlich der Moschee auf sich quadratischen Grund. Es ist das erste achteckige Minarett in Tunis, das die Form aller nachfolgenden Minarette der türkischen Moscheen beeinflusst hat. Dieser achteckige Turm wird von einem rundum laufenden Balkon bekrönt, von dem aus die Muezzins, die durch ein Vordach aus Holz vor der Witterung geschützt sind, zum Gebet rufen. Die kleine Laterne mit pyramidenförmigem Ziegeldach bildet den Abschluss des Minaretts.

Das Mausoleum in Tunis ist ein Vorreiter der Totenmoschee, in der sich das Grab des Gründers mit der Kultstätte verbindet. Es beherbergt das Grab Youssef Dey's sowie jene seiner Familienmitglieder.

Es wird zu Recht als Meisterwerk angesehen. Der viereckige Bau weist auf jeder Seite ein großes zentrales Bogenwerk auf, das von zwei Etagen mit nischenartigen, flachen Vertiefungen gesäumt wird. Die Ecksäulen, die sich auf beiden Ebenen befinden, lockern die Silhouette beträchtlich auf.

Die Olivenbaummoschee (Ez- Zitouna)
Die Grosse Moschee, die auch Ez-Zitouna (Olivenbaummoschee) genannt wird, liegt inmitten der Altstadt und ist das größte und ehrwürdigste Heiligtum in Tunis. Ihr Gründungsdatum geht auf die Entstehungszeit der Stadt selbst zurück (698). Sie wurde jedoch vom Emir Aghlabite Ibrahim Ibn Ahmed (856-863) vollständig erneuert. Ihre Säulenhalle zählt nicht weniger als 184 Säulen und antike Kapitelle, die höchstwahrscheinlich von den Ruinen Karthagos stammen und wiederverwendet wurden. Dieses Bauwerk wurde laufend von den nachfolgenden Dynastien umgebaut und verschönert.

Die Kuppel des "bahou" (oberhalb des Eingangs zum Gebetssaal auf der Hofseite gelegen) ist ein gutes Beispiel für die ziridische Kunst (11.Jahrhundert), wo sich unzählige Nischen mit zweifärbigen Steinen harmonisch verbinden. Die Bibliothek, die sich im Hauptschiff östlich des Gebetsaals befindet, wurde vom Sultan Abu Uthman im Jahre 1450 gegründet. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Ostfassade des Gebäudes mit einer Säulengalerie verziert. Die Türken haben eine Galerie an drei Seiten des Hofes (1653) angefügt und ein neues Minarett errichtet. Dieses wurde als zuwenig hochangesehen und im Jahre 1834 durch einen 44 m hohen Turm ersetzt, der vom spanisch-maurischen Dekor des Minaretts der Moschee der Kasbah beeinflusst war.

Dieses Heiligtum, um das sich das öffentliche Leben abspielt, wurde am Schnittpunkt der zwei wichtigen Achsen (Nord-Süd, Ost-West) angelegt. Die Moschee wird von Souks umgeben. Die Buch-, Parfüm-, Stoff- und Trockenobsthändler hatten das Privileg, in ihrer unmittelbaren Nähe angesiedelt zu sein. Die anderen Händler befanden sich rundherum und bildeten ein wichtiges, pulsierendes Geschäftsviertel mit hundertjähriger Tradition.

Zu Beginn war die Grosse Moschee ein politisch religiöses Zentrum, wo auch Handelsabkommen und Geschäftsabschlüsse stattfanden. Aber schon sehr bald verlor sie ihre weltliche Rolle und bekam einen immer stärker werdenden religiösen Charakter. Ihr guter Ruf als Lehrstätte für Rechts- und Religionsfragen zog nicht nur Studenten aus Tunis, sondern aus ganz Tunesien und dem Ausland (Maghreb und Afrika) an.

Diesen letzteren gewährten die Medersas gratis Unterkunft. Ihre Bedeutung nahm nach der Gründung der neuen Universität der Zitouna ab, aber sie blieb bis heute eine theologische Hochschule und versammelt nach wie vor die Gläubigen fünfmal täglich zum Gebet, vor allem zum Freitagsgebet und den großen Festtagsgebeten.

Dar HusseinPlace du Château
Dieser Palast, der sich auf dem Standort des "Ksar" (Burg) von Beni Khorassan (11. Jh.) befindet, wurde von Ismail Kahia, dem Minister und Schwiegersohn von Ali Bey (1758-1781) wieder aufgebaut. Am Beginn des 19. Jh. Wurde er vom berühmten Youssef Sahib Et Tabaa, dem Minister von Hammouda Pacha, in Besitz genommen.
1858 wurde er neu restauriert und diente als Sitz der Stadtverwaltung, deren Vorsitzender General Hussein war, daher rührt auch sein Name "Dar El Achra" (das Haus der zehn), was als Anspielung auf die zehn Notabeln, aus denen sich die Verwaltung zusammensetzte, verstanden werden kann. Im Jahre 1882 beschloss der General Forgemol, der an der Spitze der französischen Truppen in Tunis einmarschierte, sich mit seinem Generalstab im Sitz der "Stadtverwaltung" niederzulassen. So wurde der Palast als Sitz des französischen Militärkommandos gewählt. Der heutige Place du chateau, früher Teil des alten Friedhofes, wurde bei dieser Gelegenheit adaptiert.

Nach der Ausrufung der Unabhängigkeit wurde der Palast dem Nationalinstitut für Archäologie und Kunst zugeteilt. Nachdem man die zwei Vorzimmer hinter sich gelassen hat, gelangt man zu einem wunderschönen Hof mit Säulengängen. Auf den Wänden wechseln sich Fayencen aus Kallaline mit Fayenceplatten des "Mihrab" (Gebetsnische) ab, die mit Vasen geschmückt sind. Die neokorinthischen Kapitelle sind zweifelsohne das Werk von italienischen Bildhauern.

Drei von vier Zimmer sind klassisch angeordnet, mit zentralen Alkoven und von "maksoura" (Kämmerchen) umgeben, die um den Hof angelegt sind. Das vierte Zimmer, von der Phantasie von Youssef Sahib Et Tabaa beeinflußt, weist eine gedrungene, fast quadratische Form auf, wobei die drei traditionellen Alkoven erhalten blieben. Dieser Saal wird von einem Kreuzgewölbe überdacht, das von einer pompösen Stuckarbeit geziert wird, die sich aus Vasen zusammensetzt, aus denen Blumensträuße hervorquellen und große Rankenornamente auf den vier Flächen des Hauptgewölbes bilden.

Die 3 Medersas (theol.- jur. Hochschule)
Medersa du Palmier Rue des Libraires
Medersa Bachia Rue des Libraires
Medersa Slimania Rue de la Medersa Slimania
In jeder dieser Hochschulen findet man die klassischen Stilmittel, die diese Art von Gebäude kennzeichnen: die Wohnzellen gehen auf drei Seiten eines zentralen Hofes hinaus, auf der vierten Seite befindet sich die Moschee für die Vorlesungen und Gebete.

Als erste (1714) wurde die Medersa du Palmier, die der Universität Ez-Zitouna am nächsten gelegene Hochschule, erbaut. An der Stelle eines Foundouk (Grosshandellager und Herberge für Kaufleute und Tiere) errichtet, erhielt sie ihren Namen durch eine Palme, die in einem heute noch vorhandenen kleinen Garten im Zentrum des Hofes wuchs. Ein Säulengang mit Spitzenbögen, die auf steinernen Säulen mit türkischen Kapitellen ruhen, umsäumt auf allen vier Seiten diesen Hof. Derzeit wacht eine religiöse Gesellschaft über die Erlernung des Koran.

1752 ließ Ali Pacha eine zweite Medersa bauen, die seinen Namen trägt. Der rechteckige Hof wird auf jeder Seite von je drei Bögen gesäumt, die auf Säulen aus schwarzem Marmor und Kapitellen aus weißem Marmor ruhen. Diese Medersa ist schöner als die vorherige: Man betritt sie durch die rue des Libraires. Neben dem Eingang bemerkt man schnell den "sebil", einen öffentlichen Brunnen, den Ali Pacha der gottesfrömmigen Stiftung beifügen ließ. Dieser sebil steht auf einem Sockel aus Stein und befindet sich hinter den Gitterstäben eines Fensters. Nach ihrer Restaurierung wurde die Medersa zu einer Schule für Handwerkskunst, während eine andere kulturelle Gesellschaft ihren Sitz im Tourbet (Grabstätte) des Begründers hat.

1754, zwei Jahre nach der Gründung der Medersa El-Bachiva, nahm die Medersa Slimania die Ecke zwischen dem Souk des Libraires und dem Souk El Kachchine ein. Sie wurde von selben Ali Pacha seinem Sohn, der von seinem Bruder vergiftet wurde, gewidmet. Diese Medersa unterscheidet sich von den anderen durch einen monumentalen Portalvorbau, der auf Säulen mit türkischen Kapitellen steht und durch ein Gesims mit grünen Ziegeln gekrönt wird. Dieses Bauwerk, das im Vergleich zur Straße erhöht ist, wirkt höher als die anderen. Der Eingang ist durch Kacheln mit Blumenmuster und mit einigen Steingesimsen verziert. Der rechteckige Hof wird von einer Spitzbogengalerie gesäumt, die auf Kalksteinsäulen mit voluten-verzierten Kapitellen ruht. Wie auch andere Medersas, wurde der Slimania eine neue Verwendung zuerkannt. Sie beherbergt heute medizinische Gesellschaften, die sich mit der traditionellen Medizin beschäftigen.

Die Nationalbibliothek
Ehemalige Kaserne El Attarine:
Souk El Attarine
Der Bey Hammouda Pacha, der Gründer dieser Kaserne, hatte eine besondere Vorliebe für militärische Einrichtungen und den Kasernenbereich. Er ließ die äußere Stadtmauer und fünf Kasernen im Zentrum der Medina errichten, unter anderem auch die Kaserne El Attarine (1814).

Mit dem Beginn des Protektorats (1881) verließen die Garnisonen die Kaserne, und die Kolonialverwaltung richtete dort die "Verwaltung der Antiquitäten" und die "allgemeine Bibliothek" ein.

Die allgemeine Bibliothek, die neu organisiert und durch tausend arabische Werke und Handschriften, die aus der Grossen Moschee und den Medersas der Medina stammen, bereichert wurde, ist heute als Nationalbibliothek bekannt. Es handelt sich um einen tapischen Kasernenbau und erinnert durch die Anordnung der Räume um den Innenhof an einen Wohnsitz, an "Fondouks" (Grosshandelslager und zugleich Herbergen für Kaufleute und Tiere) oder an Medersas. Der längliche Innenhof ist von Galerien umgeben, auf denen großräumige Stuben angeordnet sind. Einige tragen auf ihrer Fassade noch die Namensschilder der Kompanien der Janitscharen, für die sie bestimmt waren.

Tourbet El Bey
Rue Tourbet El Bey
Tourbet El Bey, ein Mausoleum husseinitischer Fürsten, reicht in die Zeit Ali Pacha's II. (1758-1782) zurück und ist das größte Bauwerk dieser Art in Tunis. Die äußeren Fassaden aus gelblichen Sandstein zieren Wandpfeiler und Gesims in italienischem Stil. Mehrere verschieden große Kuppeln ragen über die Terrasse hinaus; sie zeigen dem Betrachter, wie großzügig die Räume des Bauwerks angelegt sind.

Neben den Gräbern der Herrscher und deren Familien beherbergt dieses Bauwerk auch die Ruhestätte einiger Minister oder deren Getreuen.
Zwei der Totenzimmer erwecken besonderes Interesse: Das eine birgt die Grabstätten früherer Regenten und ist prunkvoll mit buntem Marmor nach italienischem Vorbild ausgekleidet. Das andere überrascht mehr durch seinen architektonischen Aufbau als durch den Dekor. Die Decke bildet eine große ,Ovale Kuppel. Die Gräber unter der Erde sind durch mit Flachreliefs reich verzierte Marmorschreine gekennzeichnet: darüber erheben sich prismaförmige Säulen mit Inschriften, die ein in Stein gemeißelten Turban oder Tarbouch krönt, sofern es sich um einen männlichen Toten handelt. Die Gräber der Frauen sind an ihren Enden von zwei Marmorplatten begrenzt: eine davon trägt Gravuren.

Dar Othman
Bis, Rue El M'Bazaa
Dank einer gut ausgerüsteten Flotte gewann Othman Dey (1594-1610) das Rennen und machte reiche Beute. Er ließ sich diesen Palast für seinen persönlichen Gebrauch erbauen, einen der ältesten und schönsten von Tunis, weitab der Kasbah, der Janitscharen und Revolten. Zwischen der Rue El M'Bazaa, der Rue des Teinturiers (Färberstraße) und der Rue El Moujahidines gelegen, geht der Palast nur auf die Rue El M'Bazaa hinaus; der Zutritt war durch Tore geschützt. Othman Dey bewohnte diesen Palast bis zu seinem Lebensende (1610).

Das Bauwerk zeichnet sich durch seine prunkvolle Fassade aus. Das Tor auf der rechten Seite wird von zwei übereinander angeordneten Oberschwellen überragt, die von einem Spitzbogen getrennt werden. Dieser wiederum wird von zweifärbigen Wölbsteinen gesäumt. Zwei kleine übereinander liegende Säulen aus Marmor flankieren symmetrisch die Fassade. Die Wände "Driba" (Eingangshalle) enden in einer Bogenreihe oberhalb der gemauerten Gesimse. Der Dekor der mehrfärbigen Keramik und des mit Skulpturen versehenen Stucks wird durch eine Verkleidung mit schwarz-weißem Marmor abgerundet.

Ein Patio erstreckt sich zwischen zwei Säulengängen mit fünf Spitzbögen aus schwarz- weißen Wölbsteinen, geschützt von Säulen mit spanisch-maurischen Kapitellen. Diese Aneinanderreihung der Bögen setzt sich auf den beiden anderen Seiten des Hofs in zwei Zierbogenreihen fort. Die Pflasterung des Hofs ist im Laufe der Zeit verschwunden, 1936 wurde er zu einem Innengarten umgewandelt. Derzeit gehen neue Restaurierungsarbeiten ihrem Ende zu. Bald schon wird das Bauwerk das Museum für handwerkliche Berufe beherbergen und eine Ergänzung zum Dar Ben Abdallah bilden.

Das Mausoleum Sidi Boukhrissan
rue Ben Mahmoud
Nahe der Rue Sidi Bou Khrissane, die den Namen der Dynastie der Beni Khourassane (11. Bis 12. Jh.) fortbestehen lässt, befindet sich diese Nekropole, die Teil des ältesten Friedhofs der Stadt war. Dieser zog sich entlang der alten Stadtmauer südwestlich der Medina. Die Grabsäulen beeindrucken durch ihren kalligraphischen Reichtum der Grabinschriften. Das Gebäude , das die Form der klassischen Grabkuppel des Maghreb beeinflusste, stammt aus dem 11. Jahrhundert. Es beherbergt die Gräber der Dynastie der Beni Khourassane. Die halbkugelförmige Kuppel erhebt sich über einer größeren trommelförmigen Basis, die wiederum auf einem quadratischen Unterbau ruht; vier massive Pfeiler tragen das gesamte Bauwerk.

Dar Ben Abdallah
Rue Sidi Kacem, Impasse Ben Abdallah
Im Jahre 1796 erbaut, beherbergt dieser Palast das Volkskunstmuseum. Diese Sehenswürdigkeit bietet mehr als einen bloßen Museumsbesuch; sie gibt Einblick in das Innerste der luxuriösen Wohnsitze, wo sich ein friedliches Familienleben abspielte.

Die verdeckte Tür, die keinen direkten Einblick in das Gebäude gestattet, führt zu einem Hof unter freiem Himmel, um den herum die Wohnungen der Besitzer angeordnet sind, in denen sich heute die Räumlichkeiten des Museums befinden. Die Sammlungen spiegeln durch eine fachkundige Auswahl der ausgestellten Gegenstände die Lebensweise des tunesischen Bürgertums im 19. Jahrhundert wider: Kostüme mit Goldstickerei, Schmuck mit eingearbeiteten Steinen und Gebrauchsgegenstände von besonderer Feinheit. Von den vier Räumen sind einer für den Mann bestimmt, einer für die Braut, der dritte für die Frau und der vierte für die Kinder.

Fremdenverkehrsamt Tunesien

 
 
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reisen.at Code: M-10735 / Impressionen, zuletzt am Freitag, 03. September 2010

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